Arto

Kommt Arto von Art? Das muß man nicht unbedingt  beantworten. Aber wenn man es denn versuchen wollte, wenn, dann vielleicht so: Arto Lindsay wirkt an diesem Abend im Nachtklub des Bayerischen Hofs wie eine Kunstfigur – und wiederum ganz real. In seiner Jeans und dem fadem Hemd, das über ihr hängt, ist er vom Stardasein scheinbar galaxienweit entfernt. Doch in seinem Gebaren ist er abgrundtief eigen und grundsätzlich nicht von dieser Welt. Er ist Arto mit seiner persönlichen Art, und er hat seinen Weg gefunden. Und es ist ihm ganz gleich , wer diesen Weg mit ihm zurücklegt und wer nicht; ihm geht es unterwegs offenbar sehr gut, denn er lächelt an diesem Abend viel. Und der Weg, wo führt er denn  bitteschön hin? „Arto“ weiterlesen

Les amis. Vol.1

Kann der Franzose den Deutschen je lieben?  Und umgekehrt; wie verhält es sich umgekehrt? Zeitgleich die Frage: Ist Liebe durch Organisation machbar? Die Stadtpartnerschaften, speziell mit Frankreich, entworfen der turbulenten Vergangenheit der Nachbarländer wegen,  sind der Versuch, Zuneigung zu forcieren. Oder: Der Zuneigung ein bißchen Grund, d.h. Boden, zu liefern.  So ungefähr zumindest. Eine gewagte Angelegenheit, die leicht ins Nirgendwo, d.h. vorrangig in den Krampf führen kann. Diesmal aber nicht. Zumindest nicht, wenn man die diesjährige Ausfahrt unserer Dorfmitglieder nimmt. Mit dem Bus von Oberbayern aus in die 60 km südlich von Paris gelegene Partnergemeinde. Der Bürgermeister, der mit einem Handschlag Jung und Alt in den Bus animiert, kommt selbstredend mit und nimmt Platz neben seiner überaus netten Frau; fällt bald in einen wohlverdienten und schnarchlosen Schlaf. Der Deutsche lockert sich derweil während der fast zwölfstündigen Nachtfahrt im Bus –  Erwachsene pro egal wie langer Nase: 85 Euro, Kinder umsonst; der Aufenthalt, abgesehen von Gastgeschenken, kostet nichts, die jeweiligen Gemeinden übernehmen alle restlichen Kosten, was meint: beide Gemeinden zeigen hier Großzügigkeit in Reinkultur vor. Er/Sie, der/die Deutsche,  lockert sich mit Rotwein (France, nous arrivons presto, so in etwa der Banner),  der äußerst wahrscheinlich vom Dorfdiscounter kommt. „Les amis. Vol.1“ weiterlesen

Malte, Dolphy, Wischmopp

Der Malte soll die Hecke, die das Haus zu den zwei Straßen hin abschirmt, schneiden. Maßgeblich von der Höhe was weg. Die Sonne scheint, so dass es ihm wahrscheinlich nicht schwer fallen wird. Obwohl er verkatert sein könnte. Der Malte hat nämlich gestern einen Kumpel in der Stadt besucht, der als Student der Kunstgeschichte bei einer Bank, die großzügigerweise in Kunst investiert, gerade ein Praktikum macht. Sie wollten abends Bier trinken. Bier gibt es in dieser Stadt, die München heißt, jede Menge. Wie viel können zwei junge Menschen aber trinken? Ein mittelgrossess Faß, 25 Liter, wenn der Abend länger werden sollte, das vielleicht. Die Sonne scheint also und die Hecke wartet. Es ist 10 nach 10 und Malte schläft noch. Dabei müßte er auf die Leiter, um die widerspenstigen Heckenzweige abzugreifen. Sonst gibt einer der fleißigen Nachbarn einen Hinweis über die nicht normgerecht frisierte Hecke an die Gemeinde. Den Ärger mit der Gemeinde fürchtet  die Oma von Malte. Sie möchte in passabler Eintracht mit jedem hohen wie niedrigen Tier leben. Aber da hört man es schon, das Heckenstutzgerät, von Strom betrieben. Ich habe also Malte Unrecht getan, er hat offenbar schon gefrühstückt. Er hat sogar offenbar  unverkatert  bereits beinahe ein Viertel der Hecke frisiert, nur mir, mir ist es ganz und gar entgangen, weil ich über das Wohin dieses Blog dermaßen in Gedanken versank, dass ich die Hecke um mich nicht mehr so recht wahrnahm. „Malte, Dolphy, Wischmopp“ weiterlesen