Jazz Podium dahoam

JAZZ PODIUM ist nun umgezogen. Am vergangenen Freitag; von Stuttgart Vogelsangstraße 32, wo es Jahrzehnte residierte, zu uns. Die Adresse lautet nun, fast wie bestellt:  Am Neuland 12.  Wird auch Neuland. Obwohl nicht komplett, weil wir ja wenigstens partiell in manch einem Bereich vom Fach sind. Wird schon – und wird anders. Für alle ums Jazz Podium rum. Für diejenigen, die sich verabschieden, und diejenigen, die da sein werden, diejenigen, die es lange gemacht haben, und diejenigen, die es machen werden. Für die Leser auch. Wir schauen, was geht, dann sehen wir, was kommt. Jetzt aber eine Danksagung, die bei  jedem Buch/Blog, jedem längeren Wisch im Prinzip, der nicht von kompletter Egomanie geprägt ist, oft an den Anfang gehört. Danke zunächst an die Stuttgarter, die all das Archiv ganz solide und überaus vernünftig verpackt hatten, so dass es bei uns im perfekten Zustand ankam; an Frau Endress, an Frau Zimmerle und Frau Walker,  ebenso an Herrn Zimmerle und Herrn Weiller. Nicht weniger großen Dank aber an die Helfer, die bei uns im Dunkeln und leichten Regen die deutlich über 100 Kisten plus paar Metallschränke und Mobiliar in einer Rekordzeit – wie vornehmlich der Hanseate gelegentlich von sich gibt: wuppten. (Erster Stock, ohne Aufzug.) Danke also an Maria, Silke, Regina, Helena, Balthasar, Helmut, Malte, Vincent. Bedanken wollen wir uns ebenfalls bei der Umzugsfirma Bär. Wir werden uns gern an den netten Trupp aus noch jungen Leuten erinnern, mit denen man nicht nur über dies, sondern auch über jenes reden konnte, was nichts selbstverständlich ist. Einer der Wupperer, angekommen  im vierten Stock (ohne Aufzug) der Vogelsangstr. rief keineswegs als Erstes aus: Gott, ist das anstrengend, und viel zu viel auch noch und doof verpackt sowieso; nein, er rief: Warum läuft hier keine Jazzmusik. (Es lief tatsächlich keine; es gab zuletzt keine Musikanlage in den – das fällt inzwischen sogar uns schwer zu sagen, aber: ehemaligen Altbauräumen des Jazz Podium. Ehemalig, das fällt schwer, nicht Altbau.) Erinnern werden wir uns auch an den Bär-Chef, den Herrn Vitale, mit  Tatoos seiner drei Kinder auf den doch starken Oberarmen und den Wurzeln seiner Familie auf Capri. Er verlor nie die Contenance, sogar dann nicht, als das Fassungsvermögen des von ihm bereit gestellten Lkws  nicht ausreichte und er seinen Pkw (einen panzergleichen Dodge) sowie einen Anhänger zusätzlich holen musste und zudem für die Überfahrt noch einen Mann mehr brauchte. Keine Ahnung, wie er das machte, doch sah er durchgehend frisch aus; sogar seine Frisur (tiefdunkles Haar mit mächtig Volumen) saß tadellos die ganze Zeit über on top seines sympathischen Gesichts. Die Semmel nach dem Entladen aß er, sicher im Zivilleben kein Biohardcorer, am liebsten mit einem scharfen, vegangen Aufstrich von Zwergenwiese. Wie man da beisammen stand, vor dem Hintergrund der recht hässlichen Einbauküche, platt & willenlos & hungrig, so zufrieden, wie einem gelegentlich sinnvoll getane Arbeit machen kann (das simple, kräftezehrende Wuppen eines Gegenstands von einem Ort zum anderen); das bleibt erinnerungswürdig. Herzlicher Dank geht zuletzt an Manfred, der das Archiv am Folgetag dank seiner Erfahrung ordentlich ins Regal hievte, es sortierte, mit seinem Golf die Büroleuchten vom Schreiner, dem Gerd, dem ebenfalls dringend gedankt sei, nebenan mehrfach zu holen nicht scheute, Kisten zerlegte und in die Garage abtransportierte, dermaßen also ackerte, dass ihm bestimmt am nächsten Tag so manch ein Körperstrang wehtat. Doch war der nächste Tag, leicht auszurechnen, ein Sonntag, ein Tag, an dem sogar der Herr ruhte und also jeder andere Herr seiner Sinne ruhen sollte. Gar doppelt ruhiger tun sollte, denn heute ist der 1. Advent. Wo Lichtlein brennt. Und einem aufgeht. – Wenn man viel Glück hat allerdings nur.

 

(Jetzt habe ich anfangs erzählt, zu einem anständigen Blogbeginn gehört mitunter eine Danksagung, und dann bestand der Text ausschließlich aus Danksagung . Was gehört aber an den Blogschluss? Eine Klammer vermutlich.)

4 Antworten auf „Jazz Podium dahoam“

  1. Glückwunsch meinerseits zum geglückten Umzug.
    Ich wünsche Euch bei diesem Projekt (ein Leben lang) viel Glück und den angemessenen Erfolg (mindestens).
    Zur gegebenen Zeit hoffe ich meinen kleinen Beitrag leisten zu können.
    Schön ist’s das alles auch noch auf eine mich erfeuende Weise dargestellt wird. Wie es mich auch – seit Beginn des Abonnements – meistens froh macht die regelmäßg unregelmäßig erscheinenden Einträge zu lesen.
    Liebe Grüße,
    Ernst

  2. Schöner Text Adam. Habe ja Freitag nur kurz reingespitzt bei Euch – das neue Büro ist kein Altbau, doch schön und lichtdurchflutet. Da kann man arbeiten!
    Mögen Euch der Lichter viele aufgehen und der gute Schwung Euch tragen.
    Alles Gute Euch!!!

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