Sons of Weißraumrambo

Nichts für ungut, wenn wir schon dabei sind und uns für die Ausfälle der vergangenen Woche entschuldigen wollen. Für gut aber dann auch nix: in dieser Woche allerdings. Eher eine durchmixte Angelegegenheit, falls es denn unbedingt – ausweichen gilt nicht –  um die Hippness von Sons of Kemet gehen soll. Britannies Hoffnung in Sachen Jazz. Das heißeste Ding derzeit wohl. Ein Vertrag bei Impulse!, dem Label von Coltrane. Zugegeben: Der Leader Shabaka Hutchings ein durch und durch sympathischer junger Mann. Gutaussehend und mit Zahnlücke, alles am Platz und auf Erfolg ausgerichtet also. Zwei Drummer, ein cooler Flegel an der Tuba – und eben Shabaka H. an Klarinette und Tenorsaxophon. Folglich jede Menge Rhythmus, d.h. Dynamik im Spiel. Wippen zu einer massiven Lautstärke war demnach mehr als angesagt. War Pflicht vielmehr. Taten auch viele im seit Wochen ausverkauften Klub am Mittwoch – die Körpermasse gegen die Soundwellen vom harten Stuhl aus werfen. Gleich darauf aber – zurückweichen. Man muss sich das nicht fragen, kann aber: War das auch wirklich Jazz? Jene Art Musik, die sich selbst beständig befragt, denkbare und undenkbare Möglichkeiten aufzeigt, bislang verschlossene Räume öffnet? Nein, das war selbstbewusstes, zwischendurch imposantes Nach-vorne-Dreschen. Ein gewisser Fluss immerhin darin; in dem konnte man sich für einen Bruchteil von Zehntelsekunden verlieren. Doch keine wirklichen Brüche sonst. Kaum Tempowechsel. Die Sons hätten eine gute Vorgruppe zu, sagen wir mal gewagterweise, den Foo Fighters abgegeben. Stadionrock – so ungefähr und Pi mal. Aber sympathisch ist er schon, der Shabaka H., als kleines Mädchen könnte man ihn anhimmeln und eine seiner Schweißperlen herbeiwünschen – direkt ins Portemonnaie am besten. Als Zahlungsmittel für spätere Zeiten. Irgendwann, in der fernen Zukunft. 2019.  Oder paar Minuten später. – Um aus dieser gedanklichen Sackgasse haruszufinden, lenkt man entweder a.) ab oder b.) nicht. Bei b.) baut man am besten einen Absatz ein und läßt die Bruchbude hinter sich lautlos zusammenfallen. Einen Absatz, der wie dieser hier aussieht, mit möglichst viel Weißraum.
Schon ist man bei einem anderen Thema. Bei den Daughters of Kebab zum Beispiel. Die niemand so richtig kennt und niemand kaum jemals kennenlernen möchte, weil sie sehr wahrscheinlich doof sind und sich nur vergan geben, aber in Wirklichkeit … Punktpunktpunkt. Drei Punkte. Und ein Ausrufezeichen hintendrein. Impulse! hatten wir eben schon. Noch aber nicht: Am Neuland! Heisst ab nun die Adresse der Jazz Podium-Redaktion. So ganz neu ist das Land nicht, das da ab 1.1.19 beackert gehören wird, aber man kann sich die Straßennamen, unter denen man wohnt, selten aussuchen. Es sei denn, man heißt Jan Ullrich und wohnt in Merdingen/Markgräfler Land in  einem blendend weißem Haus, das keinen Verdacht auf Doping aufkommen lässt. Das ist aber jetzt wirklich eine andere Geschichte, die so weit zurückliegt, dass manch einer den Ullrich für eine Märchengestalt, dem Pumuckl der Ellis Kaut nicht unähnlich, halten dürfte. Wenn wir aber schon bei Märchen sind, die wahrhaftiger als wahr werden: Wie geht es dem März Friedrich, diesem Wahrheitsfinder vor dem Herrn? Gut, offenbar gut, danke der Nachfrage. Er robbt sich zurück an die Front. Von Lübeck aus. Er verspricht der CDU das Volksparteimonopol – und Tennissocken für jeden Haushalt gratis dazu noch. Und er mag Schrapnele; deren Teile zieht er sich eigenhändig aus dem Leib. Wie John J. Rambo (Ted Kotcheff; 1982; Originaltitel: First Blood) , nur eben mit links. Er kennt die harten Bandagen, in die sich Wirtschaftsgeier breitflächig vor Aaasfraß einwickeln, um nicht allzu besudelt zu werden. (Vor allem nicht die Budapester; um Himmles willen,  bitte nur nicht die  …) Fr. März: Der richtige, hartherzige Wirtschaftboss für dieses unzureichend durchmanagte Vaterland, wo mitunter des einen oder des anderen Carport von unnormierten Schrauben zusammengehalten wird und dem die Betonfrisur von Fr. Merkel als Schutzwall nicht mehr reicht.
Apropos Wall –
Apropos und was?
Und bitte mehr Weißraum für alle.

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