Das Jazz Podium-Leben

Das JAZZ PODIUM für Februar steht. (Nicht nur der billigen Pointe, auch um der Wahrheit willen wäre es hier angebracht hinzuzufügen: Wir aber schwanken, oder dergleichen. Tut aber an dieser Stelle keiner. Zu billig. Pfui Pharao; wie Lotta aus der Krachmacherstraße sagt, wofür sie geschimpft kriegt, obwohl sie doch tadellos für ihr Alter, sie ist noch deutlich ein Vorschulkind, Pharao aussprechen kann.) War schon ein Aufriss und ein Act und ein Hieven und Stemmen und all dies. Doch letztlich sind wir direkt am Mittwoch fertig geworden. Am Donnerstag gingen dann die gelayouteten Seiten pünktlich an die Druckerei.  Der Hersteller in Sindelfingen hat sie dort hin geschickt. Manch eine letzte Korrektur haben wir ihm am Telefon ducrhgegeben, die zu korrigierende Seite aber am Schluß gar nicht mehr gesehen. Aber wir vertrauen ihm; er ist erfahren. Ein bisschen – im übertragenen Sinne, denn seine Gebrechen kennen wir nicht – steif in der Hüfte, da er seine gestalterischen Prinzipien hat, von denen er ungern abweicht, von denen es aber dann und wann abzuweichen gehört. Andererseits strahlt er eine gewisse Ruhe aus; wenn man es nicht Behäbigkeit nennen wollte. Doch selbst Behäbigkeit täte uns in all der Hektik um die Produktion gut.  Es gibt dann über Tage nämlich einen Punkt, da weiß man nicht, wohin zuerst. Überall Baustellen oder gar Löcher. Dann stirbt auch noch ein Musiker, den man unbedingt zu würdigen hat. Dann geht es ans Schreiben, obwohl man gerade mit der Fotoauswahl für diesen oder jenen Text beschäftigt war.  Und wann kommt die Kolumne, die uns Karl Berger schreibt? In welchem Zustand kommt sie an? Wie sollte sie aussehen, wo es bislang doch keine Kolumnen beim JAZZ PODIUM gab;  das Design fast zu unflexibel für eine schön gestaltete Kolumenseite ist. Wie kriegen wir den Mix hin? Was setzen wir all den Interviews entgegen, die das Heft seit jeher und noch einen Tick länger bevölkern? Woher ein Foto des Boogie-Players nehemen, wenn nicht stehlen? Stehlen? Ist aber zu verpixelt in dieser Größe, muss kleiner werden, ist ohnehin nicht das Gelbe vom … Ei? Gegessen haben wir auch nix. Nur immer Kaffee und ein Brocken Schokolade oder dieser mittelprächtige,mnachmal auch okaye Kuchen von dem beim Discounter eingemieteten Bäcker … Korrekturgänge ohne Ende, und wofür? Im Februarheft werden sich garantiert Fehler zuhauf finden.  Alles vorläufig vergessen; ein paar Minuten lang. Bis zu der nächsten Ausgabe, die wann? Genau, in gut 20 Tagen fertig werden muss. Aber – aber das Heft wird schön. Nicht dass wir komplett zufrieden wären, das nicht, aber insgesamt schon. Aus der Ausgangslage haben wir noch das Beste gemacht. Nicht alles glänzt, vieles sticht aber nachhaltig, wenngleich nicht im Bio-Sinne, ins Auge. Wir haben auch, so die unbescheidene Meinung von hier aus, was gewagt. Für ein Heft mit dieser Tradition – seit 1952 am Start – jetzt schon ein grosser Schritt. Obwohl ja die Layoutreform noch aussteht. Im Sommer geschehen soll. Unsere Zukunftslayouterin, der wir an dieser Stelle herzlich danken, hat bereits beratend eingegriffen – vor allem bei der Gestaltung der Titelseite sowie dann, nicht mehr beratend, sondern tatkräftig, beim Entwurf der Eigenanzeige, die wir auf einer Seite platzierten, wo es nur Text und einen Ellenbogen gibt. (Der Ellbogen, das war der einzige größere Streitpunkt zwischen uns und dem Hersteller letztendlich. Wir fanden dieses Körperteil, nicht mal als Sinnbild, recht amüsant und gut gegen den Strich – verstößt aber bestimmt gegen alle je festgeschriebenen Layouterregeln.) Wir leben noch.  Das JAZZ PODIUM hält uns am Leben. Das die gute Nachricht. Wie lange? Bis zur nächsten Augabe. Und zu der danach.

 

4 Antworten auf „Das Jazz Podium-Leben“

  1. Gut gebrüllt, Löwe! Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nur weiter so!
    Alles Gute zum Neustart wünscht Sigi Schmidt-Joos

    1. Vielen Dank Herr Schmidt-Joos. Wir wären so gern als Meister vom Himmel gefallen, aber es ist tatsächlich ein unmöglich Ding. Hat Ihnen denn die Februarausgabe gefallen? Sie sind uns immer als Gastautor willkommen – das wissen Sie hoffentlich … Herzlicher Gruß Adam O.

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