Schuppdiwupp? Holterdiepolter? Beides?

Das Leben ist eine Mischkalkulation. Das meint zumindest der Sinnspruch auf einer Postkarte, die an der Säule eines Clubs klebt, während auf der Bühne eine Buddhistin von Sonne und Mond und Schmetterling zu Vibraphonklängen sang. Der sollte man mit Kalkulation lieber nicht kommen. Nicht dass es gleich eine setzt, aber ein Buddhist – und sogar eine Buddhistin – kalkuliert nicht. Die Welt, vom Universum niemals abkoppelbar, ist für die Anhänger des Buddha seit jeher da und deren Drehbewegung gleichförmig für immer. Man häuft  allerdings als Jünger dieser Religionsgemeinschaft Karma an, um im nächsten Leben gut dazustehen; das kann wiederum bösmeinenden Kleingeistern als Kalkulation erscheinen. Ein Buddha ist dann doch vielleicht nur ein selbstsedierter Mensch aus Knochen und Wasser, der sich mit besseren Aussichten zu beschenken nicht ganz und gar versäumt. Die Schwierigkeit mit Das Leben ist– sowie verwandten Sinnverweisen dürfte sein: Sie klingen fürs Erste einprägsam, doch keiner weiß was im Grunde. Keiner weiß, was das Leben ist, das vor allem. Keiner zumindest, den man gleich und vor Ort dazu befragen könnte und der eine nachvollziehbare Antwort schwuppdiwupp! parat hat.  Das Leben ist ein Rätsel; das wäre noch eine akzeptable Variante aus der eben erwähnten Sinnspruchserie. Klingt aber natürlich nicht gut genug, macht sich nicht besonders auf dem Banner, man hat es sich schließlich circa tausendmal im Lebensverlauf selbst vorgesagt. Dass das Leben aber ein Gemisch ist, ein wenig durchschaubarer Mix zudem, das ist nichts Neues, sofern die Erfahrung nicht täuscht. Mix geht, Kalkulation aber nicht, soll das jetzt die Konklusion sein? Für diesmal gibt es keine Konklusionen. Konklusion ist das Kuscheltier vom Armleuchter nebenan; könnte ein Bannerspruch aus der Werbelounge sein, wo ich einst beschäftigt war und, um in den feinporigen Werbejargon minimal zu verfallen, happy. Sieht man die Woche vom atombetriebenen Mixer aus, könnte man diese Gemengelage anrichten: Die Bayern haben schwach gespielt und doch gewonnen, Liverpool hingegen stark gespielt und City hoch und zu null geschlagen; China ist dabei den Trump zu verhauen, weil es mit Zöllen auf seine Wählerschichten zielt; es ist schön, eine Tagezeitung jeden Tag in den Briefkasten zugesteckt zu bekommen, aber sie zu lesen, das braucht Muße, die Artikel sind leider, selbst bei überreginaler Presse, uneben, lieber wohl das Abonnement bald kündigen, das Geld ist besser in Erdnussmus angelegt; wenn wir aber schon mal bei Finanzangelegenheiten sind: viele Deutsche legen ihr Geld im Ausland an, weil es dort vielfach höhere Zinsen gibt; Robert Mueller wird jeden Augenblick was kundtun, das Trump möglichwerweise tüchtiger verhaut als der Chinese imstande ist, der Kalte Krieg wird aber quasi im selben Augenblick, auch wegen Britannien und Rußland, wieder Gegenwart; Juventus; Juventus hat zurecht 0:3 gegen Real verloren, auch deshalb, weil Juve sein Wappen vor nicht allzu langer Zeit ins Unvorteilhafte hin, da allzu Zeitgeisthafte, aufgehübscht hat, C. Ronaldo zeigte sich derweil braungebrannt wie stets und machte zwei Tore, dennoch wird Madrid niemals nicht Meister im eigenen Land; Jack Ridl, ein Fan des lesenswerten, oft zugänglichen Poeten W. H. Auden, dessen Dichtung bei „Four Weddings and a Funeral“ eine Hauptrolle spielt,  der aber immer, nach meiner Rechenart, gegen Wislawa Szymborska 0:1 verliert, schreibt in Versen gegen Donald T. an, hier als Leserervice holterdiepolter!/Helter Skelter seine Adresse: https://ridl.wordpress.com ; der Futbol Club Barcelona dagegen, oder doch: dafür?, kurzpassspielte nicht weniger als ein 4:1 gegen Associazione Sportiva Roma S.p.A, ist im Prinzip im Halbfinale, wo es keine schwachen Gegner mehr geben wird und wo die Roten ausscheiden dürften – ja lieber Manfred, doch doch – sofern die Welt noch richtig tickt, was anzuzweifeln jedem von uns zusteht, solange Trump und der Chinese und der Russe/Ivan usw. Ein Mix will wild gemixt sein; muß sogar; ist eine Frage der Ehre, die es heutzutage kaum mehr zu haben gibt. Die Ehrennadel mit Eichenlaub, die vielleicht doch noch. Aber auf Flohmärkten wird die auch schon zu Höchstpreisen gehandelt; also: Obacht. Mit dem warmen Wetter gehen die Flohmärkte nämlich los; nicht aber der Flohzirkus, der kommt erst Ende September, beim Oktoberfest. Meistens grasen allerdings die professionellen Antiquitätenhändler die guten Stücke noch vor dem Morgengrauen ab, übrig bleibt der Schund von der KiK-Verwandschaft, der keine zwei Waschgänge durchhält. Deshalb ist es ratsam z.B. beim Flohmarkt auf der Theresienwiese am 21.4. gleich am Vorabend anzutanzen und mit Stirnlampe ausgestattet die Nacht über die Ellbogen den Antiquaren gegen die Rippen zu setzen. Sie, diese kaum ehrenvolleren Geier als wir, haben es direkt verdient.

PS/In etwa so verdient, wie die Roten nach dem faden Spiel gegen Sevilla.

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