The Cage

Die Finals der NBA werden womöglich heute entschieden. Vermutlich werden die Warriors aus Oakland die Cavs aus Cleveland, die zu sehr von LeBron James abhängen, vier zu null einmachen. Hochgezüchtete Profis treten da gegeneinander an.  Gut anzusehen, feine Korbleger, aber eben gezüchtet. Derweil kämpft die Jugend auf Asphalt um einen Zipfel wenn nicht des Ruhms, so doch der Anerkennung. Das  Bild nebenan zeigt The Cage, eine New Yorker Institution in Sachen Straßenbasketball. Gleich um die Ecke vom Blue Note, um zwei Ecken von jenen Lokalen, in denen Bob Dylan groß wurde, um drei Ecken schließlich vom Washington Square entfernt. Das Feld ist eingezäunt, damit der Ball nicht auf die 6th Avenue fällt.

Hier ein paar Schnappschüsse vom letzten Samstagnachmittag im Mai. – Dies für Alexander vor allem.

Ein Break. Gleich zwei Trainer reden auf die Jungs aus der Juniorenabteilung der New Yorker Knicks ein. Viel sagen müssen sie nicht, denn ihre Schützlinge machen es gut gegen die The Cage-Mannschaft von der 4th Street. Sie führen ziemlich deutlich, bestimmen das Spiel.

 

Keine Widerrede. Die Heimmannschaft liegt zurecht zurück. Zu viele Fehlwürfe, wenig Körper. Läuft heute nicht. Oder mindestens in die verkehrte Richtung.

 

 

 

 

 

Pause.
Allerdings nicht unbedingt für jeden. Am Zaun hängen Dutzende von Bewunderern oder lediglich Neugierigen, die ein Foto von The Cage und deren Insassen dringend brauchen. Denn das hier ist ein Synonym für New York City.

The Cage heißt nicht umsonst Der Käfig.

 

 

 

 

 

 

Nicht umsonst heißt Käfig The Cage.

 

 

 

 

Einer der Supporter hinter dem Zaun. Ein Chilene mit Fahne um Kopf und mit einem Kinderwagen, in dem er einen Ghettoblaster geparkt hat. Mit dem spielte er während der Pausen Lieder von Prince ab. – Der wäre gerade 60 Jahre alt geworden,  statt dessen aber: R.I.P. Dennoch, ein schmales Wunder, setzt sich Prince gegen den Lärm auf der 6th durch.

 

In einer Pause wie dieser spielte der patriotische Chilene seinen Prince.

 

 

 

 

 

Auch so einer. Der mit dem Megaphon. Innerhalb von The Cage in einem sog. Director’s Chair gewichtig sitzend, doch gut was vom Spielfeld entfernt und trotz Sonnenbrille mit unbestechlicher Sehkraft gesegnet. Eine Art Obertrainer, der das Spielgeschehen laufend kommentiert, aber auch den Spielstand mitteilt. Eine recht coole Gestalt, die sich, wie der Bayer wo angebracht respektvoll anmerkt, nichts scheißt.

Die Knicks gewannen. Vielleicht lag es daran, dass sie mit zwei Trainern sozusagen aus zwei Rohren befeuert wurden. Zwei Rohren, die außer Lautstärke auch über verhältnismäßig  angsteinflüssende Stiernacken sowie Oberarme verfügten.

 

 

Und weil wir von Nacken sprechen. Hier noch einer. Der von Archie Shepp. Auch schön. Warmgehalten vom Fransentuch, drunter das gepolsterte Teil vom Nackenband, an dem er gewöhnlich sein Saxophon hängt – um The Cage rum, das sich unweit des ruhmreichen Clubs Village Vanguard befindet, wo Shepp häufiger zu Gast war,  neck strap genannt.
(Ein paar Worte mehr zu Shepp in der Rubrik Free For All.)

Ein wenig Kunstfotografie in ihren Anfängen zum Abschied. Ohne Bezug.
Scheinbar ohne Bezug.
(Denn es könnte leicht die an der Subway-Haltestelle Smith St kunstfotografierte Kopie eines streng geheimgehaltenen Entwurfs sein, der von New York City bzw. von James Brien Comey, Jr. aus einen interkontinental angelegten Nackenvergleich anstrebt, den allerdings ursprünglich als Wissenschaftler verkleidete Amphibien in einer Drogenklinik auf einer als Bohrinsel verkleideten Riesenschildkröte westlich von Oregon angeregt haben, einen Nackenvergleich, der überall außer in Bolivien greift, da dort, gerade aber in der Provinz Manuripi, der Nackenumfang eines gewöhnlichen Simón Bolívar den Umfang einer Riesenbromelie (Puya raimondii) in voller Blüte, die in den Höhenlagen zwischen 3500 und 4500 Metern gedeiht, locker… Wir setzen an exakt dieser Stelle im Laufe nächster Woche an.)

 

 

 

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